Ins Gesicht geschrieben

imageschristoph_ueberhuber_b02
Christoph Ueberhuber war schon längst überfällig, in die Reihe der CALSI-Künstler einzutreten. Nun hat er diesen schritt getan. Verkörpert doch keiner wie er die Verbindung zwischen Computer und Bildkunst. Er schreibt Geschichten in Gesichter wie ein Dichter oder Philosoph seine Bücher schreibt. Dabei ist eine Verwandtschaft mit dem grossen Arnulf Rainer nicht zu übersehen.

Wie viele Computer-Wissenschaftler hat Ueberhuber verstanden, dass der Computer eine Kunstmaschine sein kann, wenn er in die richtigen Hände gelangt. Ueberhuber ist ein Meister der reduzierten Farbe und der Interaktion mit der Fotografie.

Als Professor für Analysis und Scientific Computing an der Technischen Universität Wien schöpft er an der Quelle der Computation der Welt. Seine Layer-Technik trägt eine unverwechselbare Handschrift und wirkt stark emotionalisierend, eine Eigenschaft, die den meisten digitalen Künstlern eher fremd ist.

Auch der tiefe strukturelle Zusammenhang zwischen Musik und Programmierung ist ihm nicht entgangen und hat zur Auseinandersetzung mit den Gesichtern von Komponisten und Musikgenies geführt, um verborgene Zusammenhänge aufzuspüren. Die Visualisierng des nicht direkt Visuellen.

Advertisements

Privilileg und Last.

Herbert Granditz hat ein Privileg, das man gerne eine Multibegabung nennt. Er malt, schreibt Bücher und Sketches, er ist ein gefragter Musiker und er ist Kabarettist. In letzterer Funktion hat er es sogar zum Professor gebracht.

Aber er leidet auch unter der Last seines Multitalents. Immer steht er unter Dampf. Immer wartet ein Projekt auf seine dringende Fertigstellung. Während er noch an einem neuen Solo-Programm für die Kleine Bühne im Landhauskeller schreibt, probt und am Regiekonzept feilt, baut sich schon bei einer Galerie der Erwartungsdruck auf. Welche Bilder wird  der Meister bringen? Wie viele? Denn der Kreis der Liebhaber seiner Bilder steigt ständig. Und am Telefon bedrängt ihn der Verleger. Granditz will alle zufriedenstellen und das perfekt.

Wir von CALSI hatten das Privileg, an seiner jüngsten Premiere in Graz teilnehmen zu können. Wie immer war die Atmosphäre herzlich/familiär. Ein exzellentes Mahl im Landhauskeller-Restaurant leitete den Abend ein, passend zum Thema der Vorstellung “Schmähflocken“. Die Einladung zeigt den Professor  in gelehrter Pose mit einer Packung seiner Schmähflocken. Dem scharfen Blick des CALSI-Redakteurs ist natürlich sofort aufgefallen, dass Granditz in dieses Bild eine Fraktalität eingebaut hat, was uns zu einem weiteren Talent des Multikünstlers führt. Granditz ist auch ein Philosoph und Theoretiker, der die geheimen Codes der Bildkunst und der menschlichen Seele trefflich zu entschlüsseln versteht. Dies zeigte sich  dann auch gleich in seinem neuen Kabarett-Programm.

Und da waren sie wieder, die Typen aus dem prallen Leben, die ihre Skurrilitäten und Macken zur Schau tragen: die korrupten Politiker, die Ärzte, der Exhibitionist, eine Salmonelle, ein Totengräber, Graf Bodo und sogar der Papst. Ja auch der Zwetschkenbaum und der sich die Welt und die Frauen schöntrinkende Postler. Köstlich. Der Höhepunkt war aber die besinnliche Nummer über das Altern und das Anti-Aging-Elixir „Kunst“.

Der Professor selbst war blendend disponiert und wurde vom Publikum durch stürmischen Applaus gezwungen, mehr Zugaben als sonst zu geben.

Nicht vegessen sollte sein auf die kongeniale Mitwirkung des Christian Dolcet hinzuweisen, der wie immer ein Klavierbegleiter mit Schauspielereinsatz war und den Meister optimal zur Geltung brachte. Auch die prominenten Gäste inklusve Landeshauptmann und Stellvertreter  sollten nicht unerwähnt bleiben.

Es hat sich wieder einmal gelohnt nach Graz zu pilgern.

Glanzvolles Oratorium

 

 

Gestern wurde das Oratorium „Ode an das Leben“ von Kurt Schmid und Elisabeth Kotauczek in der vollbesetzten Minoritenkirche im Herzen Wiens wiederaufgeführt. Diesmal war das ungarische Savaria-Orchester  für die präzise und ausdrucksstarke Interpretation verantwortlich. Am Dirigentenpult der Komponist.

Die Dichterin selbst trug  den dramatischen und emotionalen  Höhepunkt des Oratoriums, den „Traumtod“ vor, einfühlsam begleitet von den Streichern des Savaria-Orchesters.

Auch die Solo-Sänger und die teilnehmenden Chöre waren trotz des Kälteeinbruchs glänzend disponiert und gaben der Aufführung das festliche Gepränge. Nicht zuletzt war die Minoritenkirche mit ihrem berühmten Abendmahl-Mosaik der würdige Rahmen für diese wahrlich gelungene Aufführung.

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

Bernd Preiss: XXL Fraktale (fast ) in der Politik!

 

Sophia Antipolis ist Frankreichs Antwort auf Silicon Valley. Diese Technologiestadt in der Nähe von Antibes an der Cote d´Azur ist ein wunderbarer Platz für die Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft. Bernd Preiss erhielt die ehrenvolle Einladung des ehemaligen Botschafters
von Luxemburg und seiner Frau Candace Johnson zu einer privaten Ausstellung
seiner Fraktale in deren Villa in Vallauris. Dies ist insoferne sensationell, dass Frau Candace Johnson als Mitbegründerin des Astra-Satelliten-Systems eine wichtige Persönlichkeit im globalen Hochtechnologiebereich ist und sich in ihrem Hause die Spitzen der Technologiepolitik zu Kunst-Salons treffen.

 

In dem herrlichen Garten des Anwesens fanden die fraktalen Bilder von Bernd Preiss den perfekten Rahmen. Rege Diskussionen mit Wissenschaftlern und Politikern über die Schönheit mathematischer Strukturen und dem engen Zusammenhang zwischen Natur und Abstraktheit machten die Ausstellung auch zu einem intellektuellen Ereignis.

Großer Auftritt für Bernd Preiss.

BASE´ART Festival du Mécénat et de l´Art Contemporain Fréjus 1-2-3 Juni 2012. In einem riesigen Flugzeughangar trifft sich die Elite der Bildkunst Südfrankreichs. Alle Stilrichtungen sind vertreten. Von der Street-Art-Avantgarde bis zu geometrischen Konstruktivisten. Von politischen Provokateuren bis zu ästhetischen Schöngeistern. Und mitten drin in zentralster Lage Bernd Preiss, der CALSI-Fraktalist. Mit eindrucksvollen Großformaten und einem eigenen kleinen Filmraum.

Soweit sind wir ja schon von Bernd Preiss gewohnt, erste Qualität zu sehen. Aber was diesmal das Besondere an dieser Performance ist, wird erst auf den zweiten Blick klar: der Stand ist ein eindrucksvolles Beispiel der Interaktion zwischen mathematischer Strukturtheorie und unmittelbarer Gegenüberstellung mit den evolutionären Kräften der Natur. Die fraktalen filigranen Linienzüge korrespondieren mit den feinen Linien der am selben Stand präsentierten Skulpturen, die vollständig aus alten Weinstöcken gefertigt sind. Hier findet sich die Antwort auf den Verdacht, dass fraktale Strukturen auch zum Werkzeugkasten der Natur zählen.

Bernd Preiss gelang es in dieser Ausstellung erfolgreich, den ewigen Vorwurf zu entkräften, mathematische Bildkonstruktion habe mit Kunst im Allgemeinen nichts zu tun. Diese Ansicht könnte man so auch jeder Kunst die nach der Natur arbeitet  entgegenhalten. Der Künstler ist immer auf der Suche nach den geheimen Regeln und Relationen, die in der Welt zu gegenständlichen Manifestationen führen. Da ist es ganz egal ob die Evolution, der chaotische Zufall oder eben mathematische Gesetzmäßigkeiten die Regie übernehmen. Der Künstler ist verantwortlich ob die Anwendung der beobachteten Grundgesetze unter seiner kundigen Hand zu Kunstwerken werden. Bernd Preiss ist das jedenfalls in dieser Show eindrucksvoll gelungen.

Das Oratorium nimmt Gestalt an

Elisabeth Kotauczek, Kurt Schmid und viele andere arbeiten mit Hochdruck an den Vorbereitungen fuer die Welturauffuehrung ihres Oratoriums am 30. Oktober 2011. Diese Produktion ist wahrscheinlich das aufwaendigste Projekt, das innerhalb der CALSI-Kuenstlergruppe je angegangen wurde. Lediglich das legendaere Langzeitprojekt des Eisernen Vorhangs in der Wiener Oper hat im Laufe der Jahre aehnliche Ressourcen gebunden. Die CALSI-Redaktion hat nachgefragt wie die Dinge stehen.

Ein paar Fakten sollen den gigantischen Umfang des Vorhabens illustrieren.
Etwa 70 Musiker bilden das Symphonieorchester.
4 Choere stehen auf der Buehne.
20.000 Seiten Notenmaterial wurde produziert.
1850 Sitzplaetze muessen eingeteilt werden und, und, und …

Hier ist der Stand der Dinge, den uns Elisabeth Kotauczek exclusiv auf Anfrage mitteilte:
„Auf der fuer diese Auffuehrung vergroesserten Buehne des „Grossen Saales“ des Wiener Konzerthauses werden die ca. 70 Musiker des Philharmonischen Symphonieorchesters Lugansk, unter der Leitung von Kurt Schmid, Platz finden sowie auch die Solisten und 200 Chorsaenger.

Die gewaltige Menge von 20.000 DIN A4-Seiten Notenmaterial ist produziert, korrigiert und an die Mitwirkenden verteilt. Diese koennen sich so schon vor dem offiziellen Beginn der Probenarbeit mit Kurt Schmid mit Hilfe der Chorleiter oder individuell vorbereiten.    

Die 4 Choere, die auf der Orchesterbuehne dann zu einem einzigen Chor vereinigt sein werden, arbeiten schon seit Weihnachten auf dieses Grossereignis hin.

Die umfangreiche Probenarbeit der Solisten wird in Kuerze beginnen. Dieses Mal wird auch die grosse Orgel eingesetzt; die Orgelsoli werden eine besondere Herausforderung fuer die Organistin aus Lugansk sein.

Elisabeth Kotauczek, deren Oratoriums-Texte von den Solisten und dem Chor vorgetragen werden, bereitet sich intensiv auf ihre Rezitation vor. Mit Begleitung der Streicher wird ihr „Traum-Tod“ zum nachdenklich werden einladen.

1.000 Stueck Flyer, von Elisabeth Kotauczek entworfen, sind als Einladungen unterwegs und Oratoriums-Plakate – von denen auch einige gegen Spende beim Konzert zu erwerben sein werden – sind in der Wiener Universitaet fuer Musik und darstellende Kunst, Kuenstler-Ateliers, Restaurants, div. Geschaefts-Auslagen usw. drapiert. Die Plakate sind in der Zwischenzeit als Sammler-Objekt sehr gefragt. Das Bild „Oratorium“ von Peter Kotauczek (Ausschnitt aus einem seiner Gemaelde), ist zum Sinnbild des „Suchenden in der Welt“ geworden.

2.000 Stueck Programmhefte sind in Arbeit und werden bald die Druckerei verlassen. Auf 16 Seiten werden die 13 Saetze des Oratoriums im Detail dargestellt, die Mitwirkenden vorgestellt und der Inhalt analysiert. Alle Texte sind zum mitlesen abgedruckt.“ Soweit Elisabeth Kotauczek, die schon wieder weitereilt, um die Dinge am Laufen zu halten. Soweit uns bekannt ist, sollen bereits jetzt zwei Drittel der Ehren-Karten (es handelt sich um ein  Benefizkonzert, das nur geladenen Gaesten offensteht) gebucht sein obwohl bisher die Oeffentlichkeit noch gar nicht informiert wurde.

Wir von der CALSI-Redaktion werden weiter berichten. Vor allem werden wir mehr ueber den Inhalt und die kunsthistorische Verortung dieses grossen Werkes herauszufinden versuchen um unsere Leser auf dem Laufenden zu halten. Auch ueber die Menschen hinter dem Projekt wollen wir mehr erfahren.

konkreter Konstruktivismus

Peter Kotauczek, Fraktal„Der Mensch hat die Kunst nicht, um etwas darzustellen,
sondern um sich hineinzustellen und in ihr zu wohnen.
Wenn das begriffen wird, zerfällt der riesige polizistische Apparat
der Philosophen und Kunsttheoretiker früherer Jahrhunderte
(Von Winkelmann und Hegel)
bis hin zu den heutigen Kunstpäpsten der Medienindustrie zu Zunder“.

Den Rest des Beitrags lesen »