Systemische Malerei – Praxis

….. Eines dieser jungen Problemfelder im Hi-Tech-Bereich ist die Mensch-Maschine-Interaktion. Solange sich diese Interaktion hauptsächlich auf mechanischer Ebene abspielt und außerdem eine Einbahnstraße von Mensch zu Maschine war, blieb dieses Problem dem Konstrukteur der Maschine überlassen. Erst seit Maschinen mit einem gewissen „Eigenleben“ auftreten, entwickelt sich die Mensch-Maschine-Interaktion zu einem immer wichtiger werdenden Problem des kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritts.

Besonders spitzt sich die Problematik bei Systemen zu, in denen Computer, Roboter und Elemente der sogenannten „künstlichen Intelligenz“ zusammenwirken. Zum Beispiel bei der flexiblen Automation. Hier ist im Extremfall, bei der Unikatproduktion, der Anteil von Mensch und Maschine am Werkstück nicht mehr eindeutig zuschreibbar. Das Werk ist eine Schöpfung eines Mensch-Maschine-Kollektivs – eines „Symbiotischen Systems“.

Die Fähigkeit, Systeme solcher Art zu kreieren und zu verwenden, wird in naher Zukunft über die wirtschaftliche, militärische und kulturelle Macht ganzer Länder entscheiden. Es lohnt sich darüber nachzudenken, wie solche Systeme beschaffen sein könnten, bzw. mit ihnen zu experimentieren.

Da ich die Malkunst als den Inbegriff der visuellen Kommunikation sehe, die unverwechselbare Unikate als Nachrichtenträger produziert und außerdem in ihren ästhetischen Botschaften an nahezu keine Regeln gebunden ist, habe ich sie zum Feld meiner mehr künstlerischen als wissenschaftlichen Forschung gewählt. Dazu kommt eine starke Affinität zu visuellen Ausdrucksformen, die ich jedoch mangels Trainings nicht ausleben konnte.

Ich wollte mit der systemischen Malerei einerseits erreichen, mich mittels Farben und Formen anderen Menschen mitteilen zu können, obwohl mir die trainierte Hand des Malers fehlt. Und andererseits wollte ich einige Tabus der Fachwelt brechen, die da lauten: Es sei nicht möglich mit Maschinen nur Ur-Originale zu schaffen! Flexible Automation sei nur etwas für Großproduktion! Kunst und Hi-Tech schlössen einander aus! Computer vararmten die Phantasie! Und last but not least. Malkunst sei Handwerk“

Aus der Einleitung von Peter Kotauczeks Buch
„Hi-Tech-Faktor Kunst, Gedanken zur Systemischen Malerei“
mit freundlicher Genehmigung des Autors

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