Systemische Malerei – Theorie

Was hat Kunst und insbesondere die Malerei mit Informatik, Quantentheorie oder Semiotik zu tun? Was mit Hi-Tech? Was mit Systemtheorie? Zu diesen und ähnlichen Fragen, die mir sehr wichtig für unser Verständnis über die Welt, in der wir uns zurechtfinden müssen, erscheinen, suche ich in meiner Kunst antworten. Antworten, die nicht nur theoretisch-verstandesmäßig sondern auch sinnlich-praktisch befriedigen.

Dabei gehe ich von zwei Grundannahmen aus, die ich zwar nicht beweisen kann, an die ich aber trotzdem glaube:

Erstens: Alles was wir über die Welt wissen, vermuten, messen, aussagen können, steht in einem inneren Zusammenhang. Jede Theorie oder Hypothese, und sei sie noch so gründlich untermauert, kann nur eine Facette des Ganzen sein. Daher mein großes Mißtrauen allen „geschlossenen Lehrgebäuden“ gegenüber. Daher auch meine Unfähigkeit, ein zusammenhängendes, in sich geschlossenes Buch zu schreiben. So kann ich nur einzelne kleinere und größere Gedankensplitter zum Thema vorlegen, die ich zu verschiedenen Anlässen niedergeschrieben habe. Andererseits nimmt mir der Glaube an den Zusammenhang aller wissenschaftlichen Erkenntnisse die Scheu vor Grenzen zwischen den wissenschaftlichen Revieren und verführt mich immer wieder dazu, eklektisch und unbekümmert alle mir brauchbar erscheinenden Gedanken für meine künstlerischen Experimente zu nutzen. Was zählt ist das Ergebnis.

Zweitens: Ich halte zwei Professionen für besonders geeignet, die Erkenntnisse der verschiedensten wissenschaftlichen Richtungen auf ihre Brauchbarkeit für die Menschheit durch praktische Beispiele kritisch zu überprüfen: den Ingenieur und den Künstler. Dabei wird ersterem deutlich engere Grenzen gesetzt als letzterem. Der Künstler kann nicht nur jeden Gedanken aus einer Wissenschaft in sein Werk einfließen lassen, er kann ihn spekulativ übersteigern und mit anderen Ideen aus ganz anderen Wissenschaften oder Kulturbereichen amalgamieren.

Der Ingenieur kommt in den Bereichen der Hochtechnologie immer mehr und öfter in eine ähnliche Situation wie der Künstler. Er muss Erkenntnisse aus ihm fremden, verschiedenen Denkschulen, die meist aneinander vorbeiforschen, in ein Gesamtwerk integrieren. Dabei sind ihm die einzelnen Spezialisten oft wenig hilfreich, weil sie über Auswirkungen ihrer Erkenntnisse auf einem anderen Feld wenig oder gar nichts wissen. …..

Aus der Einleitung von Peter Kotauczeks Buch
„Hi-Tech-Faktor Kunst, Gedanken zur Systemischen Malerei“
mit freundlicher Genehmigung des Autors

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